Schloßpark und Schloß Saalfeld

Landkreis stellt sich seit Jahren Verantwortung für Flüchtlinge

Überrascht von Vorwürfen über Zustände in Katzhütte – Ortstermin vereinbart

Archivmaterial!
27.02.2008
Saalfeld, am 25. Februar 2008
 
 
_Saalfeld. Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt reagierte überrascht über die Vorwürfe von einigen Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Katzhütte. Diese hatten in einer gemeinsamen Erklärung die Zustände in dem Heim kritisiert.
 
Erst vor vier Wochen hatte der zuständige Fachbereichsleiter die Unterkunft besucht, von den Bewohnern ist bei dem Termin keine Kritik vorgebracht worden. Mit dem Träger wurde vereinbart, dass die räumliche Situation verbessert wird, insbesondere die Wärmedämmung der Bungalows. 
 
Die Verwaltung wird sich am Dienstag bei einem Ortstermin mit dem VG-Vorsitzenden und dem Bürgermeister sowie den übrigen Verantwortlichen in der Gemeinschaftsunterkunft erneut informieren.
 
In der Unterkunft sind zurzeit 88 Menschen untergebracht, davon 14 Kinder und 5 Jugendliche. Diese Menschen sind zum Teil unter dramatischen Umständen in die Bundesrepublik gekommen. Sie unterliegen in Deutschland den engen Grenzen des Ausländerrechts, dürfen hier keine Arbeit aufnehmen und sich lediglich im Landkreis bewegen.
 
Vor diesem engen gesetzlichen Rahmen unternimmt das Landratsamt sein möglichstes, diesen Menschen zu angemessenen Lebensverhältnissen zu verhelfen. So wurde den Bewohnern ermöglicht, auch die nahe gelegene Stadt Neuhaus zu besuchen, die außerhalb des Landkreises liegt. Darüber hinaus bemüht sich die Verwaltung, den Menschen einen möglichst großen Teil der ihn zustehenden Leistungen in Bargeld auszuzahlen.
 
Auch in der Vergangenheit haben sich Landkreis und Gemeinde für die Integration der Bewohner stark gemacht. So wurde im vergangenen Jahr vor Ort Deutschunterricht über die Volkshochschule angeboten.Leider wurde von diesem Angebot nur vereinzelt Gebrauch gemacht, so dass es eingestellt werden musste. Des Weiteren belegen die Nutzung der Kindertagesstätten und Schulen, sowie die Mitgliedschaft in verschiedenen Sportvereinen, dass die Bewohner Teil der Gemeinde sind.
 
Insgesamt leben derzeit rund 230 ausländische Flüchtlinge im Landkreis, davon ist der größte Teil dezentral in Wohnungen untergebracht, insbesondere Familien mit Kindern.
 
Peter Lahann
Fachdienst Medien und Kultur